IMMO GUTACHTER.
Bewertungsanlass

Immobilienbewertung beim Kauf – Preis prüfen vor dem Kauf

Kaufpreis prüfen lassen – bevor der Vertrag unterschrieben wird.

Einführung

Ein Kaufpreis ist ein Angebot des Verkäufers. Kein Beleg dafür, dass die Immobilie tatsächlich so viel wert ist.

Gerade in angespannten Märkten werden Preise aufgerufen, die wenig mit dem tatsächlichen Marktwert zu tun haben. Käufer, die unter Zeitdruck stehen, vergleichen oberflächlich und entscheiden sich oft ohne belastbare Grundlage.

Eine unabhängige Bewertung vor dem Kauf schützt Sie vor drei Risiken: einem Kaufpreis, der über dem Marktwert liegt; einem Objekt, dessen Zustand den Preis nicht rechtfertigt; und einer Finanzierungsstruktur, die auf einer falschen Wertgrundlage basiert.

Zusätzlich gilt für Kaufobjekte mit Vermietungsabsicht: Die Kaufpreisaufteilung auf Grundstück und Gebäude entscheidet über die Abschreibungsbasis. Ein falsch aufgeteilter Kaufpreis kostet über Jahrzehnte viel Geld.

Diese Seite gibt Ihnen einen Überblick über alle relevanten Situationen beim Immobilienkauf.


Die häufigsten Situationen im Überblick

  • Sie wollen vor dem Kauf wissen, ob der aufgerufene Preis realistisch ist
  • Sie kaufen zur Kapitalanlage und wollen die steuerliche Abschreibung von Anfang an optimieren
  • Die finanzierende Bank benötigt eine unabhängige Bewertungsgrundlage
  • Sie kaufen ein Objekt mit Mietern und wollen wissen, wie sich das auf den Wert auswirkt
  • Das Objekt hat Besonderheiten – Erbbaurecht, Denkmalschutz, Altlasten, Dienstbarkeiten
  • Sie kaufen im Rahmen einer Unternehmenstransaktion eine Betriebsimmobilie

Wichtigste Situationen im Überblick:


Kaufpreis prüfen – ist der Preis gerechtfertigt?

Der aufgerufene Kaufpreis ist das, was der Verkäufer sich vorstellt. Was die Immobilie unter normalen Marktbedingungen tatsächlich wert ist, kann davon erheblich abweichen – nach oben oder nach unten.

Ein unabhängiger Marktwertreport gibt Ihnen eine sachverständige Einschätzung des Marktwerts vor dem Kaufabschluss. Sie sehen:

  • ob der Kaufpreis im Marktrahmen liegt
  • ob das Objekt in seinem Zustand den Preis rechtfertigt
  • welche wertrelevanten Faktoren positiv oder negativ herausstechen

Das ist keine Kaufentscheidung für Sie – aber es ist die Grundlage, damit Sie die Kaufentscheidung informiert treffen können.

Wichtig: Ein Marktwertreport ist keine Baugutachten. Er bewertet den Wert der Immobilie, nicht ihren Zustand. Wenn Sie einen technischen Zustandsbericht wünschen, empfehlen wir einen unabhängigen Bausachverständigen – ergänzend zur Wertbewertung.

Empfehlung: Marktwertreport vor dem Kauf – für alle Objekte, bei denen Sie den aufgerufenen Preis einordnen wollen. Bei Objekten mit erheblichen Sondermerkmalen (Erbbaurecht, Denkmalschutz, Altlasten) empfehlen wir direkt das Verkehrswertgutachten.

Immobilienwert vor dem Kauf ermitteln


Kaufpreisaufteilung – Grundlage für die Abschreibung

Wer eine Immobilie kauft, um sie zu vermieten, kann das Gebäude steuerlich abschreiben (AfA). Aber nur den Gebäudeanteil – nicht das Grundstück. Die Frage, wie viel des Kaufpreises auf Grundstück und wie viel auf das Gebäude entfällt, entscheidet damit über Ihre jährliche Abschreibungssumme.

Das Problem: Viele Käufer übernehmen die Aufteilung aus dem Kaufvertrag – oder nutzen die vereinfachte BMF-Arbeitshilfe. Beides führt häufig zu einem zu hohen Grundstücksanteil und damit zu einer zu niedrigen Abschreibungsbasis.

Eine sachverständige Kaufpreisaufteilung ermittelt das Verhältnis auf Basis des tatsächlichen Bodenwerts und des Gebäudewerts am Stichtag des Kaufs. Das Ergebnis kann die AfA-Bemessungsgrundlage deutlich erhöhen – und damit die Steuerlast über die gesamte Haltedauer reduzieren.

[PRÜFPUNKT] Die steuerliche Anerkennung der sachverständig ermittelten Kaufpreisaufteilung gegenüber dem Finanzamt hat in der Rechtsprechung eine eigene Dynamik – Details sollten mit einem Steuerberater abgestimmt werden.

Empfehlung: Verkehrswertgutachten mit Kaufpreisaufteilung – für jede vermietete Immobilie mit Abschreibungsabsicht. Der Aufwand rechnet sich regelmäßig schon im ersten oder zweiten Jahr.

Kaufpreisaufteilung für die Abschreibung


Immobilienkauf als Kapitalanlage

Wer kauft, um zu vermieten, denkt in Rendite. Die Rentabilität hängt von Kaufpreis, Mieteinnahmen, Bewirtschaftungskosten, Finanzierungskonditionen und steuerlicher Abschreibung ab.

Ein sachverständiger Marktwertreport auf Basis des Ertragswertverfahrens zeigt Ihnen:

  • ob der Kaufpreis der erzielbaren Rendite entspricht
  • wie nachhaltig die Mieten im Vergleich zum lokalen Markt sind
  • welche Leerstandsrisiken das Objekt hat

Wichtig: Der Kaufpreis allein sagt wenig über die Renditequalität. Entscheidend ist das Verhältnis von Mietertrag zu Kaufpreis – der Vervielfältiger. Ein sachverständig eingeordneter Vervielfältiger gibt Ihnen eine marktgerechte Größe.

Empfehlung: Marktwertreport (Ertragswert) + Kaufpreisaufteilung – für einen vollständigen Überblick über Wert und steuerliche Optimierung in einem Schritt.

Marktwertreport im Vergleich


Finanzierung und Beleihungswert

Wenn eine Bank eine Immobilie finanziert, ermittelt sie einen Beleihungswert – eine konservative Bewertung, die als Sicherungsgrundlage dient. Dieser Wert kann deutlich unter dem Kaufpreis liegen.

Was bedeutet das für Sie? Wenn der Beleihungswert niedriger ist als erwartet, kann die Bank weniger finanzieren als geplant. Das beeinflusst Eigenkapitalbedarf und Kondition.

Eine unabhängige Vorab-Bewertung gibt Ihnen eine Einschätzung, bevor Sie in Bankgespräche gehen. Damit haben Sie eine Grundlage, um Konditionen einzuordnen und Überraschungen zu vermeiden.

Empfehlung: Marktwertreport – als Vorab-Einschätzung vor dem Bankgespräch. Bei Spezialfinanzierungen oder Gewerbeobjekten: Verkehrswertgutachten.

Immobilienbewertung für die Finanzierung


Welches Gutachten ist das Richtige?

SituationEmpfehlungWarum
Kaufpreis prüfenMarktwertreportSchnelle, unabhängige Einschätzung
Kapitalanlage, RenditeprüfungMarktwertreport (Ertragswert)Ertragsorientierte Bewertung
Kaufpreisaufteilung für AfAVerkehrswertgutachten + KPASteuerlich anerkannte Grundlage
FinanzierungsgrundlageMarktwertreport / VKWJe nach Bankanforderung
Objekt mit SondermerkmalenVerkehrswertgutachtenVollständige Bewertung erforderlich
BetriebsimmobilieVerkehrswertgutachtenBesondere Methodik nötig

Häufige Fragen

Sollte ich vor dem Kauf immer eine Bewertung einholen? Das hängt von der Kaufsumme und der Ausgangslage ab. Bei einer selbst genutzten Immobilie im Erstkauf mit Marktkenntnis ist ein Marktwertreport eine wertvolle Absicherung, aber keine Pflicht. Bei Kapitalanlagen, Erbschaftskäufen oder Objekten mit Besonderheiten ist er in der Regel sinnvoll.

Was kostet ein Marktwertreport vor dem Kauf? Ab 500 €. Beim Kauf einer Immobilie im sechs- oder siebenstelligen Bereich ist das eine überschaubare Investition in Klarheit.

Kann eine Bewertung den Kauf zum Scheitern bringen? Nein. Sie kann Ihnen zeigen, dass der Preis deutlich über dem Marktwert liegt – aber die Entscheidung, ob Sie trotzdem kaufen, bleibt bei Ihnen. Viele nutzen das Ergebnis als Grundlage für Preisverhandlungen.

Was ist der Unterschied zwischen Beleihungswert und Marktwert? Der Marktwert ist der Preis, den ein Objekt unter normalen Bedingungen am Markt erzielen würde. Der Beleihungswert ist eine konservative Bankkennzahl – er liegt in der Regel darunter, weil er langfristige Marktrisiken einkalkuliert.

Muss die Kaufpreisaufteilung im Kaufvertrag festgelegt werden? Nein – und in vielen Fällen sollte sie das nicht. Eine sachverständig ermittelte Aufteilung auf Basis des Verkehrswerts zum Kaufzeitpunkt hat steuerlich mehr Gewicht als eine vertragliche Vereinbarung ohne Grundlage.

Was wenn die Bank einen eigenen Gutachter schickt? Banken ermitteln den Beleihungswert durch eigene Bewerter oder Sachverständige. Dieser Wert dient der Banksicherheit – er ist nicht identisch mit dem Marktwert und in der Regel niedriger. Ein unabhängiger Marktwertreport gibt Ihnen die Käuferperspektive.


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